Dienstag, 29. März 2016

Darf es mir auch mal schlecht gehen?


Im Moment geht es mir richtig schlecht.
Ich bin kraftlos, ständig müde, habe fast täglich Bauchschmerzen und Unwohlsein, ich bin antriebslos, fühle mich wie durch den Wolf gedreht.
Dazu Gedanken von „Ich kann nicht…, „Ich will nicht…“, Ich weiß überhaupt nicht was ich will…“, „Ist doch alles scheiße…“ – und überhaupt. Ihr kennt das.

Das geht schon seit letzter Woche so, und an dem langen Osterwochenende jetzt hatte das Ganze dann seinen Höhepunkt. Mit Heulerei und dem Wunsch sich auf ewig unter der Decke zu verkriechen und nie mehr raus zu kommen.

Bis vor einer Stunde hätte ich gesagt, ich befinde mich noch auf diesem Plateau vom Wochenende und noch nicht wieder auf dem aufsteigenden Ast.
Dann fiel mir ein Video ein, dessen Titel ich die Tage auf youtube gesehen habe: „Warum fühle ich mich immer mal wieder schlecht?“ – von Britta Remmel (Findet ihr hier)

An sich schaue ich mir solche Videos nicht an, wirklich nur sehr selten. Zum Einen komme ich zumeist mit meinem Leben (mittlerweile) ganz gut alleine klar bzw. weiß wie ich mich aus einem etwaigen Loch wieder heraus ziehen kann – und zum Zweiten geht mir oft schon die Art und Weise des Sprechens von einigen spirituellen Menschen auf den Keks. Jahaaa Schande über mich, aber dieser Singsang den manche drauf haben nervt mich.
Aber ich kenne Britta, denn ich habe bei ihr mein Seminar/Lehrgang/Fernstudium spirituelle Lebensberatung abgeschlossen.
Britta ist da anders und ich schaute mir also das Video an. Viele Zusammenhänge sind mir ja derweil schon klar, Körper und Seele als Einheit und so, ihr wisst Bescheid (sorry ich hab heute wohl meinen flapsigen Tag ;-)).
Sicher haben viele von euch auch schon mal etwas von Polaritäten gehört. Gegensätze, die ohne einander nicht sein können und daher zwingend zusammen gehören. Z.B. Tag und Nacht. Ebbe und Flut. Licht und Schatten. Und eben auch positive Stimmung und das Gefühl von Kraft und Motivation – und schlechte/traurige Stimmung und Gefühle von Antriebslosigkeit und Negativität.
Ohne das eine, würden wir das andere nicht wahrnehmen. Wenn man nicht weiß wie sich Schwäche und Krankheit anfühlt – wie soll man dann Kraft und Gesundheit schätzen können?
Wenn ich nicht weiß wie nagend eine nicht näher definierbare Unzufriedenheit ist – woher soll ich wissen wie sich Zufriedenheit mit mir und dem Leben anfühlt?

Oft geht mit schlechter Stimmung und negativen Gedanken ja auch eine Ablehnung einher. „Ich will das jetzt nicht. Man, wieso fühle ich mich jetzt wieder so mies, letzte Woche war doch noch alles okay.“ Und diese Ablehnung macht die gerade vorherrschenden Gefühle noch viel negativer. Wird es besser, wenn du dich darüber ärgert? Fühlst du dich besser, wenn du noch verbal auf dir herum hackst weil du dich „mal wieder anstellst“ denn es ist doch „eigentlich alles okay“? Nein, tust du nicht. Und ich auch nicht.

Akzeptanz und Annahme, das sind die Stichwörter. Und in dem Moment, als die Akzeptanz kam ging es mir schlagartig besser. Es ist nicht alles wieder gut, aber es ist besser.
Es geht mir gerade schlecht – und das ist okay. Ich nehme meine Gefühle an wie sie sind. Ich igel mich vielleicht noch ein paar weitere Tage ein und esse zu viel Schokolade – und dann wird das von selbst wieder vergehen. Je mehr ich dagegen kämpfe desto länger dauert es, diese Erfahrung durfte ich bisher schon machen.

Hast du ähnliche Gefühle? Sie gehören zu dir. Deine Tränen sind genauso DU wie es dein Lachen ist.
Nur in liebevoller Annahme aller Aspekte unseres Seins können wir uns als Einheit fühlen.


Lichtvolle Grüße
Herzlichst
Linda



Montag, 21. März 2016

Die ultimative Wahrheit


Gerade las ich bei Amazon einige Bewertungen eines Buches über Energiemedizin. Eine hiervon ist mir ganz besonders aufgefallen. Es war eine durchweg negative Bewertung, die im Prinzip sämtliche in dem Buch gegebenen Informationen über Chakren, Energiebahnen, Aura usw. als falsch dargestellt hat.
Auf Nachfrage eines anderen, woher die Verfasserin der negativen Rezension denn die Fachkompetenz nehmen würde dies alles zu beurteilen, verwies die Verfasserin auf ihre Internetseite. Ein Klick und ich kam auf die Internetpräsenz einer spirituell arbeitenden Dame die sich mit allerlei Ausbildungen schmückte (etwas zu viel des Guten, so für mich persönlich… dazu in einem zukünftigen Beitrag mehr). Des Weiteren auch mit zwei Nahtoderlebnissen (unter Ausbildung gelistet…) und mit Jesus Christus als Vorbild. Ui.

Nun gut. Christus als Vorbild ist eine gute Sache, er war ja immerhin ein feiner Kerl soweit wir wissen. Kann man ja nicht viel mit falsch machen ;-)
Was mir aber sehr sauer aufgestoßen ist, war ihre Art die eigene Arbeit, die eigenen Theorien als das einzig Richtige darzustellen. Sowohl in der Rezension des Buches auf Amazon, als auch auf Ihrer Internetseite. Ihr Wissen ist die Wahrheit. Nur ihre Methoden führen zu Zufriedenheit und Heilung.
Wenn jemand so etwas tut, dann werde ich immer hellhörig. Egal ob es ein spiritueller Mensch ist oder nicht.
Aber GERADE bei einem spirituellen Menschen kommt da nur ein Satz direkt in meinen Kopf: Du hast es irgendwie nicht verstanden.

Gerade von einem spirituellen Menschen (egal ob er auch in dem Bereich arbeitet oder einfach nur für sich ganz privat spirituell interessiert ist) denke ich doch das er auch tolerant sein sollte. Andere Lebensweisen, Meinungen, Überzeugungen zu akzeptieren ist doch essentiell wichtig. Es geht doch nicht darum zu missionieren, sondern vielmehr um liebevolle Akzeptanz eines jeden Menschen mit seiner Überzeugung – und mag sie für einen selbst noch so abwegig klingen.

Spirituelle Lehrer, Heiler, Energiearbeiter oder wie auch immer sie sich nennen wollen, die sich selbst in den Status erheben die ultimative Wahrheit zu kennen, die haben für mich nicht im geringsten verstanden worum es beim Thema Spiritualität eigentlich geht.
Das hat dann viel mehr etwas mit Geltungsbedürfnis zu tun. Mit der Suche nach Anerkennung und dem Wunsch etwas ganz Besonderes zu sein.
Jeder ist doch an sich schon etwas Besonderes weil er einzigartig ist. Sich darüber hinaus noch besonders erheben zu müssen widerstrebt mir und meinem Verständnis von Spiritualität, von Ganzheit.
Meiner Meinung nach hat jeder seine eigene Wahrheit, und die soll er auch bitte haben dürfen.

Euch einen guten Wochenstart
Herzlichst
Linda

Mittwoch, 16. März 2016

Leiden um des Leidens Willen?



Es gibt Menschen, die einfach gerne leiden. 
„Puh, harte Aussage“ wird jetzt manch einer sagen. Ja, ist es auch. Und vor allem hört man das natürlich gar nicht gern, wenn  man selbst ein solcher Mensch ist (zumeist ja ohne es zu wissen).

Ich glaube das fast jeder einen oder mehrere solche Menschen kennt: sie erzählen über einen längeren Zeitraum immer wieder von den gleichen Problemen, bitten aber nicht um Hilfe sondern übergehen sogar Hilfsangebote, Tips oder Ratschläge völlig. „Nee das kann ich nicht machen“. Ja, warum denn eigentlich nicht?

Ich kenne auch einige solcher Menschen. Und um ehrlich zu sein werde ich da manchmal innerlich richtig wütend wenn ich merke wie jemand in seinem kleinen Kreis aus Leid und Mitteilungsbedürfnis sitzt und sich gegenüber jeder Hilfe abschottet. Ob bewusst oder unbewusst sei mal dahin gestellt. Es gibt sicherlich beide Fälle. Ich glaube aber das es oft unbewusst geschieht.
Was gibt es denn sonst noch zu erzählen, wenn nicht mehr wie schlecht es einem doch geht? Dann bekommt man gar nicht mehr so viel Zuspruch und Trost von anderen. Man steht nicht mehr im Mittelpunkt mit seinem Leid. Man müsste vielleicht sogar mal anderen Zuhören und für sie da sein. Ui, da werde ich leicht schnippisch bei dem Thema. Merke ich auch.

Veränderung ist nicht leicht. Und oft ist es sicherlich leichter in einer – wenn auch unangenehmen Situation – zu bleiben, statt eine Veränderung anzustreben.

Ich erinnere mich da an einen Satz aus meinem Reiki-Skript zum 1. Grad: Manche Menschen wollen nicht geheilt werden. Sie brauchen ihr Leid.
Ja, diesen Eindruck habe ich in letzter Zeit immer öfter. Mich nervt diese, ich nenne es mal „Beschwerde-Kultur“ unglaublich bei manchen Menschen. Den Raum betreten und nach „Guten Morgen“ erstmal ein langgezogenes, leidendes „Boooooaaaaaah“ von sich geben und dann ungefragt los legen was wieder alles Mist war gestern. Warum kann man nicht, statt groß auszuführen was alles schief gelaufen ist, einfach mal wertschätzen das man überhaupt gesund aufgestanden ist an dem Tag und eine Arbeitsstalle HAT zu der man hinfahren kann?! Ja gut, klar. Ich fahre auch nicht täglich fröhlich und dankbar zur Arbeit. Wenn auch etwas übertrieben dargestellt, ich denke ihr wisst was ich meine.

Wie wäre es denn damit, heute mal einen Tag lang keine Beschwerden zu äußern? Versucht es doch mal :-)

Herzlichst
Linda